Ist Leben wie wir es kennen unter roten Zwergen möglich? 80 % aller Sterne sind rote Zwerge!
Sterne entstehen in riesiegen Gasnebeln. Diese ziehen sich durch ihre eigene Gravitation zusammen und fangen an sich zu drehen. Sie ziehen sich so weit zusammen das sie eine Kugel bilden, und der Protostern ist geboren. Ein Protostern ist so etwas wie ein Kinderstern. Dieser Protostern wächst stetig und wird immer grösser. Irgendwann hat er so viel Masse angesammelt, dass er aufgrund der hohen Temperatur, die in seinem Inneren durch den Massendruck entsteht, die Wasserstoff Fusion zündet. Zu dem Zeitpunkt ist der Stern im Zentrum ungefähr 10 Millionen Grad heiss. Langsam fällt der Rest an Staub und Gasen auf den Stern und die Geburtshülle wird durchsichtig.
Eine Supernova ist das kurzzeitige, helle Aufleuchten eines massereichen Sterns am Ende seiner Lebenszeit durch eine Explosion, bei welcher der ursprüngliche Stern selbst vernichtet wird. Die Leuchtkraft des Sterns nimmt dabei millionen- bis milliardenfach zu, er wird für kurze Zeit so hell wie eine ganze Galaxie.
Image Archive: Stars
Jung oder alt? – Beides!


Das heutige Bild der Woche steht für einen unerwarteten Moment, in dem sich der Kreis schließt. Das abgebildete Objekt, das als Ve 7–27 bzeichnet wird, galt lange Zeit als planetarischer Nebel – die Endphase im Leben eines sonnenähnlichen Sterns. Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat jedoch gezeigt, dass es sich tatsächlich um einen sich noch bildenden Baby-Stern handelt.
Jahrelang wurde über die wahre Natur dieses Nebels diskutiert, aber das MUSE-Instrument am VLT hat nun das erste detaillierte Bild dieses Objekts aufgenommen. Es zeigt, dass Ve 7-27 energiereiche Jets mit Knoten oder „Kugeln” entlang ihrer Länge ausstößt, was typisch für neu entstandene Sterne ist. „Ve 7-27 ist nicht der „letzte Atemzug” eines sterbenden Sterns, sondern ein neugeborener Stern”, erklärt Janette Suherli, Doktorandin an der Universität von Manitoba in Kanada und Erstautorin der Studie, die diese überraschende Entdeckung beschreibt.
Aber in unmittelbarer Nähe lauert tatsächlich ein toter Stern: Der kompakte gelblich-grüne Fleck in der Mitte links auf diesem Bild beherbergt einen Neutronenstern, der entstanden ist, als ein massereicher Stern als Supernova explodierte. Dieser Nebel ist Teil einer größeren Wolke, die durch die Explosion ausgestoßen wurde, dem Supernova-Überrest Vela Junior. Die MUSE-Beobachtungen zeigten, dass der Baby-Stern Ve 7-27 in das von dieser Supernova ausgestoßene Material eingebettet ist. Die Entfernung zu Vela Junior war zuvor nie genau bestimmt worden, aber jetzt wissen wir, dass dieses Objekt in der Nähe von Ve 7-27 liegt. Da Ve 7-27 bekanntermaßen etwa 4500 Lichtjahre entfernt ist, gilt dies auch für Vela Junior. Durch die genaue Bestimmung der Entfernung zu Vela Junior kennen wir nun endlich seine Größe, seine Ausdehnungsgeschwindigkeit und damit auch, wie lange es her ist, dass die Supernova explodierte, wodurch jahrzehntelange Unstimmigkeiten gelöst wurden. Die Entdeckung gibt daher nicht nur Aufschluss über den energiegeladenen Baby-Stern, sondern auch über die wahre Natur von Vela Junior und stellt einen „herausragenden Fall von Sternentstehung und Sterben nebeneinander in derselben Umgebung“ dar, wie Suherli beschreibt.
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- Fachartikel
- Pressemitteilung der Universität von Manitoba
Die kostbaren Ringe des Weltraums


Nicht alle Ringe werden in Fantasiewelten geschmiedet, mein Schatz! Für Astronom*innen gilt: Man findet sie im Weltraum. Die Ringe im heutigen Bild der Woche sind Trümmerscheiben: Überreste der Planetenentstehung um andere Sterne.
Auch unser Sonnensystem hat eine solchen Trümmerscheibe, die Kuipergürtel genannt wird. Zahlreiche Asteroiden und Kometen kreisen darin jenseits der Neptunbahn um die Sonne. Man geht davon aus, dass der Einfluss großer Planeten wie Neptun verhindert hat, dass sich Staub und kieselsteingroße Körper in dieser Region zu größeren Objekten zusammengeballt haben. Daher können Trümmerscheiben als Überreste der Planetenentstehung angesehen werden, und die Untersuchung derjenigen um andere Sterne ist der Schlüssel zum Verständnis der Entstehung von Planetensystemen.
Ein Team von Astronomen hat mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) hochauflösende Bilder von 24 Trümmerscheiben um andere Sterne aufgenommen. Die orangefarbenen Bilder in diesem Bild der Woche zeigen die Verteilung des Staubs in diesen Ringen, die blauen Bilder die Verteilung des Gases in sechs davon.
Die Herkunft des Gases in Trümmerscheiben ist umstritten: Es könnte sich um übriggebliebene Urmaterie handeln, die von Anfang an um den Stern herum vorhanden war, oder um Gas, das später freigesetzt wurde, als Staubkörner miteinander kollidierten. Die Trümmerscheibe um den Stern HD 121617, der hier in den beiden Bildern oben rechts zu sehen ist, ist in dieser Hinsicht sehr interessant. Der Staubring (orange) ist auf einer Seite heller, was auf eine höhere Konzentration von Staubkörnern dort hindeutet. Das Team fand heraus, dass ein Gaswirbel dort Staubpartikel einfangen könnte, jedoch nur, wenn die Gasdichte sehr hoch ist. Eine derart hohe Gasdichte würde eher mit einem urtümlichen Ursprung dieses Gases vereinbar sein. Eine weitere Analyse der gesamten Stichprobe von Trümmerscheiben wird uns mehr über die Geheimnisse dieser wertvollen Ringe verraten.
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Weitwinkelansicht (PanSTARRS) des Himmelsbereichs um den Stern RXJ0528+2838


Dieses Bild aus der PanSTARRS-Durchmusterung zeigt den Bereich des Himmels um den toten Stern RXJ0528+2838, der sich genau in der Bildmitte befindet.
VLT-Aufnahme eines toten Sterns, der beim Durchqueren des Weltraums eine Stoßwelle erzeugt


Das Bild in der Mitte, aufgenommen mit dem MUSE-Instrument am Very Large Telescope der ESO, zeigt Stoßwellen um den toten Stern RXJ0528+2838. Wenn sich ein Stern durch den Weltraum bewegt, kann er Material in seiner Umgebung wegschieben und so eine sogenannte Bugstoßwelle erzeugen, die in diesem Bild in Rot, Grün und Blau leuchtet. Die Farben stehen jeweils für Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff. Diese Stoßwellen werden normalerweise durch einen starken Materiestrom aus dem Stern erzeugt. Im Fall von RXJ0528+2838 – einem Weißen Zwerg mit einem sonnenähnlichen Begleiter – entdeckten Forschende jedoch, dass die Stoßwelle durch keinen bekannten Mechanismus erklärt werden kann. Eine verborgene Energiequelle, möglicherweise Magnetfelder, könnte die Antwort darauf sein.
Weitwinkelansicht (DSS) des Himmelsbereichs um den Stern RXJ0528+2838


Dieses Bild aus dem Digitized Sky Survey (DSS) zeigt den Bereich des Himmels um den toten Stern RXJ0528+2838, der sich genau in der Mitte des Bildes befindet.
VLT-Aufnahme eines toten Sterns, der beim Durchqueren des Weltraums eine Schockwelle erzeugt


Das Bild in der Mitte, aufgenommen mit dem MUSE-Instrument am Very Large Telescope der ESO, zeigt Schockwellen um den toten Stern RXJ0528+2838. Wenn sich ein Stern durch den Weltraum bewegt, kann er Material in seiner Umgebung wegschieben und so eine sogenannte Bugstoßwelle erzeugen, die in diesem Bild in Rot, Grün und Blau leuchtet. Die Farben stehen jeweils für Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff. Diese Stoßwellen werden normalerweise durch einen starken Materiestrom aus dem Stern erzeugt. Im Fall von RXJ0528+2838 – einem Weißen Zwerg mit einem sonnenähnlichen Begleiter – entdeckten Forschende jedoch, dass die Schockwelle durch keinen bekannten Mechanismus erklärt werden kann. Eine verborgene Energiequelle, möglicherweise Magnetfelder, könnte die Antwort darauf sein.
Produzieren junge Sterne Blasen?


Wir wissen, dass die Kindheit eines Sterns turbulent ist: Er wächst aus einer Scheibe aus Gas und Staub, aus derselben Scheibe, in der auch Planeten entstehen. Junge Sterne durchlaufen auch Phasen mit Ausbrüchen, bei denen sie Materie über schnelle Jets ausstoßen, die bestimmen, wie viel Material übrig bleibt, um die jungen Sterne zu ernähren und Planeten um sie herum zu bilden. Das heutige Bild der Woche zeigt einen dieser Jets, der mit dem umgebenden Material interagiert.
Das Hintergrundbild, aufgenommen mit dem Hubble-Weltraumteleskop von NASA und ESA, zeigt den jungen Stern SVS 13, der sich in der etwa 1000 Lichtjahre entfernten Sternentstehungsregion NGC 1333 befindet. Dieser Stern stößt Gas in Form von Klumpen aus, die als „molekulare Kugeln” bezeichnet werden. Die Einblendungen zeigen Beobachtungen einer dieser „Kugeln”, die mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) aufgenommen wurden, an dem die ESO als Partner beteiligt ist. Jedes Bild zeigt Gas, das sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegt, von 35 km/s (rot) bis 97 km/s (blau).
Diese Bilderserie ähnelt einer medizinischen Tomographie und erlaubt es, die 3D-Form der Ringe und Gashüllen zu rekonstruieren, die der Jet bei seiner Wechselwirkung mit seiner Umgebung erzeugt. „Dank der hohen Empfindlichkeit, die wir in unserer Studie mit ALMA erreicht haben, konnten wir zum ersten Mal ein solch hohes Maß an Detailgenauigkeit erzielen“, sagte Guillermo Blazquez-Calero, Hauptautor der kürzlich in Nature Astronomy veröffentlichten Studie. Dies wird uns helfen, die nicht ganz so friedliche Kindheit von Sternen und die Entstehung von Planeten um sie herum zu verstehen.
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SOXS-Beobachtungen der Supernova SN2025advo


Dieses Bild zeigt das Spektrum – die Lichtintensität als Funktion der Wellenlänge – der Supernova SN2025advo, aufgenommen mit dem neuen SOXS-Instrument am New Technology Telescope der ESO. Die Supernova, die am 17. November 2025 vom Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System entdeckt wurde, befindet sich in einer etwa 200 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie.
Das Inset zeigt ein Farbbild der Wirtsgalaxie, aufgenommen mit der SOXS-Erfassungskamera, wobei die Position der Supernova hervorgehoben ist. Die Beobachtungen wurden am 14. Dezember 2025 durchgeführt und decken den gesamten Spektralbereich von 350 bis 2000 nm ab (Belichtungszeit 4800 s).
Ein hypnotisierender Anblick auf dem Paranal


„Ich konnte es kaum glauben, dass ich die Gelegenheit haben würde, auf dem Paranal zirkumpolare Strichspuren aufzunehmen. Das war zweifellos eine der unglaublichsten Erfahrungen, die ich als Fotograf gemacht habe“, erinnert sich Osvaldo Castillo, der chilenische Astrofotograf, der für dieses atemberaubende Bild der Woche verantwortlich ist.
Die kreisförmigen Spuren der Sterne werden durch die Rotation der Erde um ihre eigene Achse verursacht. Der Punkt, an dem die Rotationsachse der Erde das Himmelsgewölbe schneidet, wird als Himmelspol bezeichnet. In diesem Bild hier ist dies der Mittelpunkt, um den sich alle diese Sterne zu bewegen scheinen – daher der Name zirkumpolare Strichspuren.
Osvaldo Castillo gelang es, diese hypnotisierende Bewegung am Paranal-Observatorium der ESO in Chile einzufangen. Da das obere Ende eines der Hilfsteleskope fast perfekt auf den südlichen Himmelspol zeigt, scheint es, als drehe sich der gesamte Himmel um das Teleskop und rückt es so in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
Aber das Fotografieren solcher Strichspuren ist keine leichte Aufgabe. Über mehrere Stunden hinweg müssen zahlreiche Aufnahmen mit langer Belichtungszeit gemacht werden — eine leichte Fehljustierung kann das Ergebnis vollständig ruinieren, da die endgültigen Spuren erst sichtbar werden, wenn die einzelnen Bilder zusammengefügt werden. Und da sich das Teleskop bewegt, während es auf verschiedene Himmelsregionen zeigt, müssen für Vorder- und Hintergrund separate Aufnahmen gemacht werden. Osvaldo Castillo erklärt, dass er „fast 300 Bilder gemacht hat und man das Ergebnis nicht sofort sehen kann. Glücklicherweise waren die Berechnung und die Ausrichtung nach Süden genau.“ Zum Glück für uns! Denn jetzt können wir dieses faszinierende Bild der Woche genießen!
Die Supernova SN 2024ggi in der Galaxie NGC 3621


Dieses Bild zeigt die Position der Supernova SN 2024ggi in der Galaxie NGC 3621. Es wurde am 11. April 2024 aufgenommen, nur 26 Stunden nach der ersten Entdeckung der Supernova. Die Aufnahme entstand mit dem Instrument FORS2 am Very Large Telescope (VLT) der ESO. FORS2 ermöglicht unter anderem die Gewinnung von Spektren in polarisiertem Licht. Diese Technik, die als Spektropolarimetrie bezeichnet wird, liefert entscheidende Informationen über die Form der Explosion, obwohl sie von der Erde aus nur als einzelner Lichtpunkt erscheint.
Doppelstern mit GRAVITY+ nachgewiesen


Dieses Bild, eines der ersten, das mit VLTI/GRAVITY+ unter Verwendung von vier Lasern aufgenommen wurde, zeigt einen Doppelstern im zentralen Bereich des Tarantelnebels, einer Sternentstehungsregion in der Großen Magellanschen Wolke. Ursprünglich wurde angenommen, dass es sich um einen extrem massereichen Stern handelt. Doch die neuen Beobachtungen zeigen nun einen Doppelstern. Damit werden die beeindruckenden Fähigkeiten und das wissenschaftliche Potenzial des verbesserten VLTI deutlich.
Im Hintergrund sehen wir eine Weitwinkelaufnahme des Tarantelnebels, aufgenommen mit dem 1,5-Meter-Teleskop am La-Silla-Observatorium der ESO. Die erste Einblendung zeigt eine Nahaufnahme des zentralen Sternhaufens, aufgenommen mit dem Very Large Telescope der ESO am Paranal-Observatorium. Anschließend sehen wir eine Detailaufnahme, die mit der GRAVITY+-Kamera gemacht wurde, und schließlich den Doppelstern selbst. Die kleine Ellipse in dieser letzten Einblendung stellt die Auflösung von GRAVITY+ dar.
Zeitliche Veränderung des Gammablitzes GRB 250702B


Diese Bilderserie zeigt die Entwicklung des Gammastrahlenausbruchs GRB 250702B über mehrere Tage hinweg. Dieser Gammablitz wurde erstmals am 2. Juli mit Hochenergie-Teleskopen beobachtet, die im Laufe eines Tages mehrere Ausbrüche von Gammastrahlen registrierten.
Anschließend nutzten Astronominnen und Astronomen das Very Large Telescope (VLT) der ESO, um den genauen Ort der Explosion zu bestimmen und zu beobachten, wie das sogenannte Nachleuchten über mehrere Tage hinweg verblasste.
Die ersten fünf hier gezeigten Bilder wurden mit der Infrarotkamera HAWK-I des VLT aufgenommen. Die Explosion, hier mit Kreisen markiert, scheint in einer länglichen Galaxie eingebettet zu sein. Ein am 15. Juli mit dem Hubble-Weltraumteleskop (HST) der NASA/ESA aufgenommenes Bild (unten rechts) bestätigte dies. Die Galaxie scheint von der Seite zu sehen zu sein, mit einer dunklen Staubbahn, die sie durchquert.
GRB 250702B, ein ungewöhnlich langlebiger und sich wiederholender Gammablitz


Der orangefarbene Punkt in der Mitte dieses Bildes ist eine gewaltige Explosion, die sich im Laufe eines Tages mehrmals wiederholte – ein Ereignis, wie es noch nie zuvor beobachtet wurde. Anhand des mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO aufgenommenen Bildes konnten Astronomen und Astronominnen feststellen, dass die Explosion nicht in der Milchstraße, sondern in einer anderen Galaxie stattfand.
Dieser Gammablitz mit der Bezeichnung GRB 250702B wurde erstmals am 2. Juli von Hochenergie-Teleskopen entdeckt, aber sein Standort war ungewiss. Das hier gezeigte Bild entstand am 3. Juli mit der Infrarotkamera HAWK-I des VLT, die den Standort der Quelle genau lokalisierte. Die Explosion schien in einer anderen Galaxie stattzufinden, was das NASA/ESA-Weltraumteleskop Hubble später bestätigte.
Zur Erklärung dieses Ereignisses wurden verschiedene Szenarien vorgeschlagen, wie der Kollaps eines massereichen Sterns oder ein Stern, der von einem Schwarzen Loch auseinandergerissen wurde. Keines dieser Szenarien kann jedoch alle beobachteten Eigenschaften der Explosion vollständig erklären, es sei denn, die beteiligten Objekte sind eher ungewöhnlich.
Erweiterte Ansicht des Bereichs um den Gammastrahlenausbruch GRB 250702B


Dieses Bild zeigt einen größeren Bereich um den Gammastrahlenausbruch GRB 250702B, eine hochenergetische Explosion, die sich im Laufe eines Tages mehrmals wiederholte. Das Bild wurde am 3. Juli mit der Infrarotkamera HAWK-I am Very Large Telescope (VLT) der ESO aufgenommen. Die Explosion ist die orangefarbene Quelle genau in der Mitte des Bildes.
Ein einzigartiger Überriese


Das heutige Bild der Woche erinnert an 3D-Bilder, für die man eine einfache Rot-Blau-Brille aufsetzen muss. Was wir auf diesem Foto wirklich sehen, ist ein roter Überriesenstern, der am Ende seines Lebens eine Wolke aus Gas und Staub ausstößt. Solche Gaswolken sind bei Überriesen häufig anzutreffen, doch diese spezielle Wolke stellt für Astronom*innen ein unerwartetes und beträchtliches Rätsel dar.
Mit einem Durchmesser von 1,4 Lichtjahren ist dies die größte Wolke von ausgestoßenem Material, die jemals um einen Überriesen gefunden wurde. Ein Team untersuchte diesen Stern, Stephenson 2 DFK 52, mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) zusammen mit anderen Überriesen in seiner Umgebung. DFK 52 ähnelt Beteigeuze, einem anderen berühmten roten Überriesen. Daher erwartete man, eine ähnliche Wolke um ihn herum zu sehen. Wenn uns DFK 52 jedoch so nah wäre wie Beteigeuze, hätte der Kokon um ihn am Himmel einen Durchmesser von einem Drittel des Vollmondes.
Diese neuen ALMA-Beobachtungen ermöglichen es uns zu messen, wie viel Material den Stern umgibt und wie schnell es sich bewegt. Die Teile, die sich auf uns zu bewegen, sind blau hervorgehoben, während die Farbe Rot für die Teile steht, die sich von uns entfernen. Die Daten zeigen, dass der Stern vor etwa 4000 Jahren eine Phase extremen Massenausstoßes durchlaufen hat, die sich dann allmählich auf seine derzeitige Rate verlangsamt hat – eine Rate, die eher der von Beteigeuze entspricht. DFK 52 ist schätzungsweise 10–15 mal massereicher als die Sonne und hat bis heute bereits 5–10% seiner Masse verloren.
Es ist immer noch ein Rätsel, wie es der Stern geschafft hat, in so kurzer Zeit so viel Material auszustoßen. Könnte es sich um eine seltsame Wechselwirkung mit einem Begleitstern handeln? Warum ist die Form der Wolke so ungewöhnlich komplex? Gibt es noch mehr solcher Überriesen da draußen? Die Entschlüsselung, warum DFK 52 bereits so viel Material verloren hat, wird uns helfen zu verstehen, wie er sein Ende finden wird: eine Supernova-Explosion irgendwann in den nächsten Millionen Jahren.
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Weitwinkelaufnahme des Himmelsbereichs um den Stern HD 135344B


Dieses Bild aus dem Digitized Sky Survey (DSS) zeigt den Bereich des Himmels um den Stern HD 135344B. Genau in der Bildmitte befinden sich zwei helle Sterne nahe beieinander; HD 135344B ist der untere.
Man sollte von einer protoplanetaren Scheibe nicht auf den Stern schließen


Das heutige Bild der Woche erzählt die Geschichte der Erlösung eines einsamen Sterns. Der junge Stern MP Mus (PDS 66) galt als völlig allein im Universum, umgeben von nichts als einem strukturlosen Band aus Gas und Staub, das als protoplanetare Scheibe bezeichnet wird. In den meisten Fällen verdichtet sich das Material innerhalb einer solchen protoplanetaren Scheibe und bildet Planeten um den Stern herum, wobei große Lücken an den Stellen zurückbleiben, an denen sich zuvor Gas und Staub befanden. Diese Merkmale sind in fast jeder Scheibe zu sehen – aber nicht in der von MP Mus.
Als man ihn zum ersten Mal mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) beobachtete, sah man nur eine glatte, planetare Scheibe, die im rechten Bild zu sehen ist. Das Team unter der Leitung von Álvaro Ribas, Astronom an der Universität Cambridge in Großbritannien, gab diesem Stern eine weitere Chance und beobachtete ihn erneut mit ALMA bei längeren Wellenlängen, die noch tiefer in die Scheibe eindringen. Diese neuen Beobachtungen, die auf dem linken Bild zu sehen sind, enthüllten eine Lücke und einen Ring, die bei früheren Beobachtungen nicht zu erkennen waren, was darauf hindeutet, dass MP Mus doch Gesellschaft haben könnte.
Unterdessen wurde in Deutschland ein weiteres Puzzleteil enthüllt, als Miguel Vioque, Astronom bei der ESO, Daten der Gaia-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) dieses Sterns untersuchte. Vioque bemerkte etwas Verdächtiges – der Stern wackelt hin und her. Ein wenig gravitative Detektivarbeit in Verbindung mit Erkenntnissen aus den mit ALMA neu entdeckten Strukturen in der Scheibe zeigte, dass diese Bewegung durch die Anwesenheit eines großen Gasplaneten erklärt werden kann.
Beide Teams präsentierten ihre gemeinsamen Ergebnisse in einem neuen Artikel, der in Nature Astronomy veröffentlicht wurde. In dem, was sie als „eine schöne Verschmelzung der Ergebnisse zweier Gruppen, die sich demselben Objekt aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähern“ beschreiben, zeigen sie, dass MP Mus doch nicht so langweilig ist.
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In diesem Nebel steckt ein Eindringling


Im Weltraum ist nicht alles so, wie es scheint. Dieses Bild der Woche zeigt den Nebel Sh2-46, auch Gum 80 genannt, in etwa 6000 Lichtjahren Entfernung. Die kräftigen Rottöne von Sh2-46 mögen schön sein, aber sie verbergen einen Eindringling.
Der helle blau-weiße Stern in der Mitte des Bildes ist HD 165319, ein Stern vom Typ O, einer der leuchtkräftigsten, aber auch seltensten Sterntypen im Universum. Dieser Stern ist größtenteils für die auffälligen Rottöne um ihn herum verantwortlich, die durch die Ionisierung der Wasserstoffatome verursacht werden, aus denen der Nebel besteht. Dieser Stern sollte jedoch nicht dort sein.
Astronom*innen vermuten, dass er woanders entstanden ist, nämlich im nahen Adlernebel. Der Adlernebel befindet sich im hinteren Teil des Sternbilds Serpens (Schlange) und ist voll von Sternentstehungsgebieten. Einmal entstanden, werden diese Sterne durch die Schwerkraft aneinander gebunden und bilden einen riesigen offenen Sternhaufen. Manchmal lösen sich jedoch einige von ihnen daraus und begeben sich auf eine einsame Reise durch den Weltraum, die sie in andere, nicht verwandte Nebel eindringen lassen kann. Eine Bugschockwelle in der Nähe von HD 165319 scheint darauf hinzuweisen, dass der Stern derzeit durch Sh2-46 hindurchfliegt. Vielleicht wird dieser Nebel am Ende anders aussehen, wenn der Stern ihn hinter sich gelassen hat…
Dieses hochaufgelöste Bild von Sh2-46 wurde mit dem VLT Survey Telescope (VST) aufgenommen, das den Himmel im sichtbaren Licht erforscht. Das VST ist derzeit im Besitz des INAF, des italienischen Nationalen Instituts für Astrophysik, und befindet sich am Paranal-Observatorium der ESO in Chile. Dieses Bild wird anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Planetarium veröffentlicht, wobei eine Ganzkuppelversion in der ESO Supernova Planetarium & Besucherzentrum gezeigt wird.
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The 74 exocomet belts imaged by ALMA’s REASONS survey, showing belts of all shapes, sizes and ages.
Position des Doppelsterns D9 in der Milchstraße


Dieses Bild zeigt die Position des neu entdeckten Doppelsterns D9, der Sagittarius A*, das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie, umkreist. Es ist das erste Sternpaar, das jemals in der Nähe eines supermassereichen Schwarzen Lochs gefunden wurde. Der Ausschnitt zeigt das Doppelsternsystem, wie es vom Spektrografen SINFONI am Very Large Telescope der ESO erfasst wurde. Obwohl die beiden Sterne in diesem Bild nicht getrennt voneinander zu erkennen sind, konnten die Spektren, die SINFONI über mehrere Jahre hinweg aufnahm, die Doppelsternnatur von D9 aufzeigen. Dabei wurde deutlich, dass das von dem Wasserstoffgas um D9 herum emittierte Licht periodisch in Richtung roter und blauer Wellenlängen wechselt, während die beiden Sterne einander umkreisen.
Bild des Doppelsterns D9 in der Nähe von Sagittarius A* (beschriftet)


D9 ist das erste Sternpaar, das jemals in der Nähe von Sagittarius A*, dem supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße, gefunden wurde. Dieses Bild zeigt eine Emissionslinie von Wasserstoff, die vom SINFONI-Instrument am Very Large Telescope der ESO kartiert wurde. Das Instrument liefert ein Spektrum für jedes einzelne Pixel; im Laufe der Jahre wurde festgestellt, dass die Emission um D9 herum periodisch in Richtung roter und blauer Wellenlängen wechselt, was darauf hindeutet, dass D9 eigentlich aus zwei Sternen besteht, die einander umkreisen.
Bild des Doppelsterns D9 in der Nähe von Sagittarius A*


D9 ist das erste Sternpaar, das jemals in der Nähe von Sagittarius A*, dem supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße, gefunden wurde. Dieses Bild zeigt eine Emissionslinie von Wasserstoff, die vom SINFONI-Instrument am Very Large Telescope der ESO kartiert wurde. Das Instrument liefert ein Spektrum für jedes einzelne Pixel; im Laufe der Jahre wurde festgestellt, dass die Emission um D9 herum periodisch in Richtung roter und blauer Wellenlängen wechselt, was darauf hindeutet, dass D9 eigentlich aus zwei Sternen besteht, die einander umkreisen.
Bild des Sterns WOH G64 neben einer künstlerischen Rekonstruktion


WOH G64 befindet sich in der Großen Magellanschen Wolke, in einer unglaublichen Entfernung von über 160.000 Lichtjahren von uns, und ist ein sterbender Stern, etwa 2000-mal so groß wie die Sonne. Bei diesem Bild des Sterns (links) handelt es sich um die erste Nahaufnahme eines Sterns außerhalb unserer Galaxie. Dieser Durchbruch wurde dank des Very Large Telescope Interferometer (VLTI) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile möglich.
Das neue Bild, das mit dem Instrument GRAVITY des VLTI aufgenommen wurde, zeigt, dass der Stern von einem großen eiförmigen Staubkokon umgeben ist. Das Bild rechts zeigt eine künstlerische Darstellung, die die Geometrie der Strukturen um den Stern herum rekonstruiert, einschließlich der hellen ovalen Hülle und eines schwächeren staubigen Torus. Um die Anwesenheit und Form dieses Torus zu bestätigen, sind weitere Beobachtungen erforderlich.
Position des Sterns WOH G64 in der Großen Magellanschen Wolke


Die Große Magellansche Wolke ist eine Satellitengalaxie der Milchstraße und befindet sich 160.000 Lichtjahre von uns entfernt. Trotz der enormen Entfernung gelang es dem Instrument GRAVITY des Very Large Telescope Interferometer (VLTI) der Europäischen Südsternwarte ESO, eine Nahaufnahme des Riesensterns WOH G64 zu machen. Dieses Bild zeigt die Position des Sterns innerhalb der Großen Magellanschen Wolke, mit einigen der Hilfsteleskope des VLTI im Vordergrund.

