Ist Leben wie wir es kennen unter roten Zwergen möglich? 80 % aller Sterne sind rote Zwerge!
Sterne entstehen in riesiegen Gasnebeln. Diese ziehen sich durch ihre eigene Gravitation zusammen und fangen an sich zu drehen. Sie ziehen sich so weit zusammen das sie eine Kugel bilden, und der Protostern ist geboren. Ein Protostern ist so etwas wie ein Kinderstern. Dieser Protostern wächst stetig und wird immer grösser. Irgendwann hat er so viel Masse angesammelt, dass er aufgrund der hohen Temperatur, die in seinem Inneren durch den Massendruck entsteht, die Wasserstoff Fusion zündet. Zu dem Zeitpunkt ist der Stern im Zentrum ungefähr 10 Millionen Grad heiss. Langsam fällt der Rest an Staub und Gasen auf den Stern und die Geburtshülle wird durchsichtig.
Eine Supernova ist das kurzzeitige, helle Aufleuchten eines massereichen Sterns am Ende seiner Lebenszeit durch eine Explosion, bei welcher der ursprüngliche Stern selbst vernichtet wird. Die Leuchtkraft des Sterns nimmt dabei millionen- bis milliardenfach zu, er wird für kurze Zeit so hell wie eine ganze Galaxie.
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Brodelnde Beteigeuze


Das heutige Bild der Woche, aufgenommen mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), zeigt eine der bislang detailliertesten Aufnahmen der Oberfläche von Beteigeuze – dem bekannten orangefarbenen Stern im Sternbild Orion, der 600 Lichtjahre entfernt ist. Im Gegensatz zu unserer Sonne, die relativ glatt und kugelförmig ist, handelt es sich bei Betelgeuse um einen roten Überriesen, der fast 800 Mal größer ist und eine unebene, bucklige Oberfläche aufweist.
Die Erhebungen und Vertiefungen auf Beteigeuze entstehen durch die Bewegung riesiger Blasen aus heißem Gas, die aus im Inneren des Sterns an seine Oberfläche aufsteigen. Das Team hinter diesen Beobachtungen vermutet, dass diese großräumige Gasbewegung zu diesen „Hotspots“ auf der Sternoberfläche führt. Überraschenderweise taucht der hellste Hotspot, der in den neuen Beobachtungen zu sehen ist, jedoch auch in Daten auf, die sieben Jahre zuvor aufgezeichnet wurden – also viel länger, als es die aktuellen Modelle vorhersagen.
Die Beständigkeit dieser Hotspots könnte mit der Umlaufbahn eines nahen Begleitsterns zusammenhängen, auf die kürzlich Beobachtungen mit dem Very Large Telescope der ESO hingedeutet haben. Das Team wollte die Oberfläche des Sterns untersuchen, um festzustellen, ob die Hotspots mit Ereignissen wie der dramatischen Verdunkelung von Beteigeuze im Jahr 2020 in Zusammenhang stehen könnten. Als Stern, der sich dem Ende seines Lebens nähert, gibt es noch einen weiteren Grund, warum Beteigeuze Astronom*innen in seinen Bann zieht. „Sein letztendliches Schicksal als Supernova macht es faszinierend zu wissen, wie er jetzt tatsächlich aussieht“, sagt Bill Dent, Astronom bei der ESO und Hauptautor der Studie. Wenn Betelgeuse schließlich explodiert, wird er hell genug sein, um selbst bei Tageslicht von der Erde aus gesehen zu werden.
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VLT-Aufnahmen von Beteigeuze und seinem Begleiter


Mithilfe des Very Large Telescope (VLT) der ESO gelang Astronom*innen die bislang schärfste Aufnahme dessen, was sehr wahrscheinlich Beteigeuze B ist: ein Stern, der Beteigeuze umkreist.
Beteigeuze ist ein Roter Überriese im Sternbild Orion. Seine Helligkeit ändert sich periodisch, und seit Jahrzehnten vermuteten Astronom*innen, dass ein Teil dieser Schwankungen auf einen Begleitstern zurückzuführen sein könnte, der ihn umkreist.
Das Bild im mittleren Ausschnitt entstand im Januar 2019 mit dem SPHERE-Instrument am VLT der ESO und zeigt Beteigeuze selbst. Die Aufnahme im linken Ausschnitt wurde im Dezember 2024 gemacht – zu dem Zeitpunkt, an dem der Begleiter von der Erde aus gesehen den größten scheinbaren Abstand zu Beteigeuze haben sollte. In diesem Ausschnitt wurde Beteigeuze herausgerechnet, wodurch eine Quelle (mit einem Fadenkreuz markiert) sichtbar wird, die mit Beteigeuze B übereinstimmt.
VLT-Aufnahme von Beteigeuzes Begleiter


Diese Aufnahme, die mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO gemacht wurde, zeigt das bislang schärfste Bild dessen, was sehr wahrscheinlich Beteigeuze B ist: ein Stern, der Beteigeuze umkreist. Die Aufnahme entstand im Dezember 2024 mit dem SPHERE-Instrument, als der Begleiter von der Erde aus gesehen den größten scheinbaren Abstand zu Beteigeuze haben sollte. Der Kreis gibt die Größe von Beteigeuze an, der hier herausgerechnet wurde. Die helle Quelle links, die mit einem Fadenkreuz markiert ist, stimmt mit Beteigeuze B überein.
Weitwinkelaufnahme des Felds um CD-35 2722


Dieses Bild zeigt die Himmelsregion um CD-35 2722, einen Stern, der von einem Braunen Zwerg umkreist wird, welcher seinerseits von einem Objekt mit mindestens der Masse des Jupiters umkreist wird.
CD-35 2722 ist der Stern direkt in der Bildmitte. Der Braune Zwerg ist hier nicht zu sehen, da er vom Überstrahlen des Sterns überdeckt wird, wurde jedoch bereits von anderen Teleskopen direkt abgebildet. Auch der „Mond“, der den Braunen Zwerg umkreist, ist nicht sichtbar; er wurde jedoch über die Gravitationskraft nachgewiesen, die er auf den Braunen Zwerg ausübt.
Aufnahme von Beteigeuze aus dem Digitized Sky Survey


Dieses Bild ist ein Farbmosaik, das aus Aufnahmen des Digitized Sky Survey 2 (DSS2) zusammengesetzt wurde. Das Bildfeld beträgt etwa 2,0 × 1,5 Grad.
VLT-Aufnahme der protoplanetaren Scheibe um AB Aurigae


Diese Aufnahme wurde mit dem Instrument SPHERE am Very Large Telescope (VLT) der ESO gemacht. Sie zeigt eine Scheibe aus Material um den jungen Stern AB Aurigae, in der sich möglicherweise Planeten bilden. Ähnliche Beobachtungen über einen Zeitraum von vier Jahren zeigen, wie sich die Scheibe um den Stern dreht.
Das Bild rechts wurde so bearbeitet, dass bestimmte Strukturen der Scheibe deutlicher hervortreten, darunter Spiralarme und radiale Schatten, die von dichten Materialklumpen geworfen werden.
VLT-Aufnahme der protoplanetaren Scheibe um AB Aurigae (beschriftet)


Diese Aufnahme wurde mit dem Instrument SPHERE am Very Large Telescope (VLT) der ESO gemacht. Sie zeigt eine Scheibe aus Material um den jungen Stern AB Aurigae, in der sich möglicherweise Planeten bilden. Ähnliche Beobachtungen über einen Zeitraum von vier Jahren zeigen, wie sich die Scheibe um den Stern dreht.
Das Bild rechts wurde so bearbeitet, dass bestimmte Strukturen in der Scheibe besser zu erkennen sind, zum Beispiel Spiralarme und radiale Schatten. Diese Schatten entstehen durch dichte, undurchsichtige Materialklumpen in der Scheibe und sind hier mit Pfeilen markiert.
Spektrum des Baby-Exoplaneten WISPIT 2c


Dieses Bild zeigt zwei Planeten, die sich um den jungen Stern WISPIT 2 bilden. Die oberen Aufnahmen wurden mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO unter Verwendung des Instruments SPHERE aufgenommen, das speziell für die direkte Abbildung von Exoplaneten entwickelt wurde. Der Planet WISPIT 2b wurde im Jahr 2025 entdeckt, wobei es Hinweise auf einen weiteren Planeten, WISPIT 2c, gab, der näher am Stern kreist.
Um zu bestätigen, dass es sich bei diesem neuen Objekt tatsächlich um einen Planeten und nicht um eine ausgedehnte Materialansammlung innerhalb der Scheibe handelt, beobachteten die Astronomen es mit dem GRAVITY+-Instrument am VLT-Interferometer (VLTI). Das VLTI kombiniert das Licht mehrerer Teleskope und ist daher empfindlich genug, um sehr kleine Details zu erfassen. Mithilfe von GRAVITY+ bestätigte das Team, dass das neue Objekt eine punktförmige Quelle und keine ausgedehnte Wolke innerhalb der Scheibe ist.
Darüber hinaus zeigt das mit GRAVITY+ gewonnene Spektrum, das hier im unteren Bildausschnitt zu sehen ist, Licht, das von Kohlenmonoxid absorbiert wird, einem Molekül, das in der Atmosphäre von Gasriesenplaneten häufig vorkommt. Dies bestätigt zusätzlich, dass WISPIT 2c tatsächlich ein junger Exoplanet um diesen Stern ist.
VLT-Bilder von zwei Planeten, die sich um den jungen Stern WISPIT 2 bilden


Diese Aufnahmen, die mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO entstanden sind, zeigen ein entstehendes Planetensystem um den jungen Stern WISPIT 2. Der Stern ist von einer Scheibe aus Gas und Staub umgeben – dem Rohmaterial, aus dem Planeten entstehen und wachsen. Im Jahr 2025 entdeckte ein Forschungsteam einen jungen Planeten namens WISPIT 2b, der eine Lücke in der Scheibe um den Stern herum bildete. Nun hat dasselbe Team die Existenz eines zweiten Planeten, WISPIT 2c, bestätigt, der noch näher am Stern kreist, wie in der Einblendung zu sehen ist.
Beide Planeten sind Gasriesen, ähnlich wie Jupiter. WISPIT 2b ist fast fünfmal so massereich wie Jupiter und umkreist den Stern in einer Entfernung, die 60-mal größer ist als der Abstand zwischen Erde und Sonne. WISPIT 2c ist doppelt so massereich wie 2b und umkreist den Stern viermal näher.
Die hier gezeigten Bilder wurden mit dem Instrument SPHERE am VLT aufgenommen. SPHERE kann die durch atmosphärische Turbulenzen verursachten Unschärfen korrigieren sowie das Licht des Zentralsterns ausblenden, wodurch die schwache Scheibe und die Planeten um sie herum sehr detailliert sichtbar werden. Ein weiteres Instrument, GRAVITY+ am VLT-Interferometer, wurde ebenfalls bei der Entdeckung eingesetzt und half zu bestätigen, dass es sich um einen Planeten handelt.
Weitwinkelaufnahme des Felds um den Stern WISPIT 2


Dieses Bild, aufgenommen mit dem „Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy“ (VISTA) der ESO, zeigt den Himmelsbereich um den jungen Stern WISPIT 2, der hier in der Bildmitte zu sehen ist.
Neuer Blick auf die Sterne rund um das Zentrum der Milchstraße


Das heutige Bild der Woche präsentiert einen neuen Blick auf das Herz unserer Milchstraße. Diese atemberaubende Aufnahme, die mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO aufgenommen wurde, zeigt die Sterne und das Gas, die einen unsichtbaren Riesen umgeben – ein supermassereiches Schwarzes Loch, das etwa 27.000 Lichtjahre entfernt ist. Es handelt sich um eine äußerst dynamische Umgebung, in der Sterne und Gaswolken mit dramatischer Geschwindigkeit am Schwarzen Loch vorbeirasen.
Ein Team von Astronom*innen am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Deutschland hat eine neue Gaswolke namens G2t entdeckt, die das supermassereiche Schwarze Loch umkreist. Zwei Gaswolken, G1 und G2, waren bereits bekannt, aber ihre Beschaffenheit und Herkunft waren noch umstritten. Insbesondere war unklar, ob diese Wolken einen Stern in ihrem Inneren verbargen oder ausschließlich aus Gas bestanden. Die Entdeckung einer dritten Gaswolke hilft nun, diese Fragen zu beantworten.
Die Beobachtungen wurden mit dem Enhanced Resolution Imager and Spectrograph (ERIS) durchgeführt, einem Instrument am VLT der ESO, das nicht nur Bilder wie das in diesem Bild der Woche aufnehmen kann, sondern auch Spektren. Dank dieses Instruments konnten die Astronom*innen die 3D-Bahnen der Wolken um das Schwarze Loch herum messen. Die Wolken bewegen sich innerhalb eines sehr kleinen Bereichs in der Mitte dieses Weitwinkelbildes. Es zeigte sich, dass G1, G2 und G2t tatsächlich fast identische Umlaufbahnen haben, die nur geringfügig zueinander gedreht sind. Dies schließt die Möglichkeit aus, dass jede Wolke einen Stern in ihrem Kern verbirgt, da die Wahrscheinlichkeit, dass verschiedene Sterne fast identische Umlaufbahnen haben, sehr gering ist. Die Ähnlichkeit der Umlaufbahnen deutet darauf hin, dass die drei Wolken wahrscheinlich denselben Ursprung haben, höchstwahrscheinlich IRS16SW, ein Paar massereicher Sterne, die eine enorme Menge an Gas ausstoßen. Während sich IRS16SW um das Schwarze Loch bewegt, wird jede Gaswolke in einer leicht unterschiedlichen Umlaufbahn ausgestoßen, was die kleinen Unterschiede in den Flugbahnen des „G-Tripletts” erklärt.
Diese Entdeckung zeigt, dass trotz jahrzehntelanger Beobachtung des Zentrums unserer Milchstraße immer noch neue, unbeantwortete Fragen auftauchen. Aber was könnte spannender sein als Geheimnisse, die darauf warten, gelöst zu werden?
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Traute Zweisamkeit


Wir Menschen werden im Laufe unseres Lebens stark von der Anwesenheit anderer Menschen beeinflusst, die uns emotional, kulturell oder intellektuell prägen. Dieser prägende Effekt wird im Falle von Sternen und ihren Begleitern, die das Thema des heutigen Bildes der Woche sind, wörtlich genommen. Die beiden Punkte in der Bildmitte, aufgenommen mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO, sind ein altes Sternpaar – ein Doppelsystem mit der offiziellen Bezeichnung AFGL 4106. Da die meisten Sterne paarweise entstehen, ist es für Astronom*innen eine wichtige Frage, wie sich das Leben zu zweit auf den Tod eines Sterns auswirkt.
Bevor sie sterben, stoßen Sterne große Mengen an Gas und Staub aus, die Bausteine für eine wachsende Nebelwolke. Die hier gezeigten massereichen Sterne befinden sich in einer ähnlichen, aber dennoch unterschiedlichen späten Phase ihres Lebenszyklus, wobei einer von ihnen genug Masse abgestoßen hat, um eine staubige Hülle um sich herum zu bilden. In einer neuen Veröffentlichung unter der Leitung von Gabriel Tomassini, Doktorand an der Université Côte d’Azur (Frankreich), haben Forscher*innen dieses Material, hier in Orange dargestellt, kartiert und die Zentralsterne (schwarz markiert) genau charakterisiert.
Die Abbildung astronomischer Objekte in der Nähe von Sternen stellt aufgrund der überwältigenden Helligkeit der Sterne eine Herausforderung dar. Tatsächlich erscheinen die Sterne selbst schwarz, da ihre Helligkeit den Detektor des für die Aufnahme dieses Bildes verwendeten Instruments übersteuert. Glücklicherweise ist das SPHERE-Instrument am VLT gut für große Kontraste in der Lichtstärke ausgerüstet, so dass erstmals sowohl die lichtstarken Sterne als auch die schwachen Nebel in ihrer Umgebung detailliert untersucht werden können. Darüber hinaus kann es die durch atmosphärische Turbulenzen verursachte Unschärfe korrigieren und liefert so sehr scharfe Bilder.
Die Form des Nebels zeigt den erheblichen Einfluss, den der Begleiter auf den Gasausstoß des sterbenden Sterns hat, indem er Asymmetrien verursacht und die Gas- und Staubwolken von einer perfekt kugelförmigen Gestalt weg verschiebt. Weitere Beobachtungen von Sternsystemen wie diesem ermöglichen es Wissenschaftler*innen, besser zu verstehen, wie die Anwesenheit von Begleitern den Tod von Sternen beeinflusst.
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Jung oder alt? – Beides!


Das heutige Bild der Woche steht für einen unerwarteten Moment, in dem sich der Kreis schließt. Das abgebildete Objekt, das als Ve 7–27 bzeichnet wird, galt lange Zeit als planetarischer Nebel – die Endphase im Leben eines sonnenähnlichen Sterns. Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat jedoch gezeigt, dass es sich tatsächlich um einen sich noch bildenden Baby-Stern handelt.
Jahrelang wurde über die wahre Natur dieses Nebels diskutiert, aber das MUSE-Instrument am VLT hat nun das erste detaillierte Bild dieses Objekts aufgenommen. Es zeigt, dass Ve 7-27 energiereiche Jets mit Knoten oder „Kugeln” entlang ihrer Länge ausstößt, was typisch für neu entstandene Sterne ist. „Ve 7-27 ist nicht der „letzte Atemzug” eines sterbenden Sterns, sondern ein neugeborener Stern”, erklärt Janette Suherli, Doktorandin an der Universität von Manitoba in Kanada und Erstautorin der Studie, die diese überraschende Entdeckung beschreibt.
Aber in unmittelbarer Nähe lauert tatsächlich ein toter Stern: Der kompakte gelblich-grüne Fleck in der Mitte links auf diesem Bild beherbergt einen Neutronenstern, der entstanden ist, als ein massereicher Stern als Supernova explodierte. Dieser Nebel ist Teil einer größeren Wolke, die durch die Explosion ausgestoßen wurde, dem Supernova-Überrest Vela Junior. Die MUSE-Beobachtungen zeigten, dass der Baby-Stern Ve 7-27 in das von dieser Supernova ausgestoßene Material eingebettet ist. Die Entfernung zu Vela Junior war zuvor nie genau bestimmt worden, aber jetzt wissen wir, dass dieses Objekt in der Nähe von Ve 7-27 liegt. Da Ve 7-27 bekanntermaßen etwa 4500 Lichtjahre entfernt ist, gilt dies auch für Vela Junior. Durch die genaue Bestimmung der Entfernung zu Vela Junior kennen wir nun endlich seine Größe, seine Ausdehnungsgeschwindigkeit und damit auch, wie lange es her ist, dass die Supernova explodierte, wodurch jahrzehntelange Unstimmigkeiten gelöst wurden. Die Entdeckung gibt daher nicht nur Aufschluss über den energiegeladenen Baby-Stern, sondern auch über die wahre Natur von Vela Junior und stellt einen „herausragenden Fall von Sternentstehung und Sterben nebeneinander in derselben Umgebung“ dar, wie Suherli beschreibt.
Links
- Fachartikel
- Pressemitteilung der Universität von Manitoba
Die kostbaren Ringe des Weltraums


Nicht alle Ringe werden in Fantasiewelten geschmiedet, mein Schatz! Für Astronom*innen gilt: Man findet sie im Weltraum. Die Ringe im heutigen Bild der Woche sind Trümmerscheiben: Überreste der Planetenentstehung um andere Sterne.
Auch unser Sonnensystem hat eine solchen Trümmerscheibe, die Kuipergürtel genannt wird. Zahlreiche Asteroiden und Kometen kreisen darin jenseits der Neptunbahn um die Sonne. Man geht davon aus, dass der Einfluss großer Planeten wie Neptun verhindert hat, dass sich Staub und kieselsteingroße Körper in dieser Region zu größeren Objekten zusammengeballt haben. Daher können Trümmerscheiben als Überreste der Planetenentstehung angesehen werden, und die Untersuchung derjenigen um andere Sterne ist der Schlüssel zum Verständnis der Entstehung von Planetensystemen.
Ein Team von Astronomen hat mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) hochauflösende Bilder von 24 Trümmerscheiben um andere Sterne aufgenommen. Die orangefarbenen Bilder in diesem Bild der Woche zeigen die Verteilung des Staubs in diesen Ringen, die blauen Bilder die Verteilung des Gases in sechs davon.
Die Herkunft des Gases in Trümmerscheiben ist umstritten: Es könnte sich um übriggebliebene Urmaterie handeln, die von Anfang an um den Stern herum vorhanden war, oder um Gas, das später freigesetzt wurde, als Staubkörner miteinander kollidierten. Die Trümmerscheibe um den Stern HD 121617, der hier in den beiden Bildern oben rechts zu sehen ist, ist in dieser Hinsicht sehr interessant. Der Staubring (orange) ist auf einer Seite heller, was auf eine höhere Konzentration von Staubkörnern dort hindeutet. Das Team fand heraus, dass ein Gaswirbel dort Staubpartikel einfangen könnte, jedoch nur, wenn die Gasdichte sehr hoch ist. Eine derart hohe Gasdichte würde eher mit einem urtümlichen Ursprung dieses Gases vereinbar sein. Eine weitere Analyse der gesamten Stichprobe von Trümmerscheiben wird uns mehr über die Geheimnisse dieser wertvollen Ringe verraten.
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VLT-Aufnahme eines toten Sterns, der beim Durchqueren des Weltraums eine Schockwelle erzeugt


Das Bild in der Mitte, aufgenommen mit dem MUSE-Instrument am Very Large Telescope der ESO, zeigt Schockwellen um den toten Stern RXJ0528+2838. Wenn sich ein Stern durch den Weltraum bewegt, kann er Material in seiner Umgebung wegschieben und so eine sogenannte Bugstoßwelle erzeugen, die in diesem Bild in Rot, Grün und Blau leuchtet. Die Farben stehen jeweils für Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff. Diese Stoßwellen werden normalerweise durch einen starken Materiestrom aus dem Stern erzeugt. Im Fall von RXJ0528+2838 – einem Weißen Zwerg mit einem sonnenähnlichen Begleiter – entdeckten Forschende jedoch, dass die Schockwelle durch keinen bekannten Mechanismus erklärt werden kann. Eine verborgene Energiequelle, möglicherweise Magnetfelder, könnte die Antwort darauf sein.
VLT-Aufnahme eines toten Sterns, der beim Durchqueren des Weltraums eine Stoßwelle erzeugt


Das Bild in der Mitte, aufgenommen mit dem MUSE-Instrument am Very Large Telescope der ESO, zeigt Stoßwellen um den toten Stern RXJ0528+2838. Wenn sich ein Stern durch den Weltraum bewegt, kann er Material in seiner Umgebung wegschieben und so eine sogenannte Bugstoßwelle erzeugen, die in diesem Bild in Rot, Grün und Blau leuchtet. Die Farben stehen jeweils für Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff. Diese Stoßwellen werden normalerweise durch einen starken Materiestrom aus dem Stern erzeugt. Im Fall von RXJ0528+2838 – einem Weißen Zwerg mit einem sonnenähnlichen Begleiter – entdeckten Forschende jedoch, dass die Stoßwelle durch keinen bekannten Mechanismus erklärt werden kann. Eine verborgene Energiequelle, möglicherweise Magnetfelder, könnte die Antwort darauf sein.
Weitwinkelansicht (PanSTARRS) des Himmelsbereichs um den Stern RXJ0528+2838


Dieses Bild aus der PanSTARRS-Durchmusterung zeigt den Bereich des Himmels um den toten Stern RXJ0528+2838, der sich genau in der Bildmitte befindet.
Weitwinkelansicht (DSS) des Himmelsbereichs um den Stern RXJ0528+2838


Dieses Bild aus dem Digitized Sky Survey (DSS) zeigt den Bereich des Himmels um den toten Stern RXJ0528+2838, der sich genau in der Mitte des Bildes befindet.
Produzieren junge Sterne Blasen?


Wir wissen, dass die Kindheit eines Sterns turbulent ist: Er wächst aus einer Scheibe aus Gas und Staub, aus derselben Scheibe, in der auch Planeten entstehen. Junge Sterne durchlaufen auch Phasen mit Ausbrüchen, bei denen sie Materie über schnelle Jets ausstoßen, die bestimmen, wie viel Material übrig bleibt, um die jungen Sterne zu ernähren und Planeten um sie herum zu bilden. Das heutige Bild der Woche zeigt einen dieser Jets, der mit dem umgebenden Material interagiert.
Das Hintergrundbild, aufgenommen mit dem Hubble-Weltraumteleskop von NASA und ESA, zeigt den jungen Stern SVS 13, der sich in der etwa 1000 Lichtjahre entfernten Sternentstehungsregion NGC 1333 befindet. Dieser Stern stößt Gas in Form von Klumpen aus, die als „molekulare Kugeln” bezeichnet werden. Die Einblendungen zeigen Beobachtungen einer dieser „Kugeln”, die mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) aufgenommen wurden, an dem die ESO als Partner beteiligt ist. Jedes Bild zeigt Gas, das sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegt, von 35 km/s (rot) bis 97 km/s (blau).
Diese Bilderserie ähnelt einer medizinischen Tomographie und erlaubt es, die 3D-Form der Ringe und Gashüllen zu rekonstruieren, die der Jet bei seiner Wechselwirkung mit seiner Umgebung erzeugt. „Dank der hohen Empfindlichkeit, die wir in unserer Studie mit ALMA erreicht haben, konnten wir zum ersten Mal ein solch hohes Maß an Detailgenauigkeit erzielen“, sagte Guillermo Blazquez-Calero, Hauptautor der kürzlich in Nature Astronomy veröffentlichten Studie. Dies wird uns helfen, die nicht ganz so friedliche Kindheit von Sternen und die Entstehung von Planeten um sie herum zu verstehen.
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SOXS-Beobachtungen der Supernova SN2025advo


Dieses Bild zeigt das Spektrum – die Lichtintensität als Funktion der Wellenlänge – der Supernova SN2025advo, aufgenommen mit dem neuen SOXS-Instrument am New Technology Telescope der ESO. Die Supernova, die am 17. November 2025 vom Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System entdeckt wurde, befindet sich in einer etwa 200 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie.
Das Inset zeigt ein Farbbild der Wirtsgalaxie, aufgenommen mit der SOXS-Erfassungskamera, wobei die Position der Supernova hervorgehoben ist. Die Beobachtungen wurden am 14. Dezember 2025 durchgeführt und decken den gesamten Spektralbereich von 350 bis 2000 nm ab (Belichtungszeit 4800 s).
Ein hypnotisierender Anblick auf dem Paranal


„Ich konnte es kaum glauben, dass ich die Gelegenheit haben würde, auf dem Paranal zirkumpolare Strichspuren aufzunehmen. Das war zweifellos eine der unglaublichsten Erfahrungen, die ich als Fotograf gemacht habe“, erinnert sich Osvaldo Castillo, der chilenische Astrofotograf, der für dieses atemberaubende Bild der Woche verantwortlich ist.
Die kreisförmigen Spuren der Sterne werden durch die Rotation der Erde um ihre eigene Achse verursacht. Der Punkt, an dem die Rotationsachse der Erde das Himmelsgewölbe schneidet, wird als Himmelspol bezeichnet. In diesem Bild hier ist dies der Mittelpunkt, um den sich alle diese Sterne zu bewegen scheinen – daher der Name zirkumpolare Strichspuren.
Osvaldo Castillo gelang es, diese hypnotisierende Bewegung am Paranal-Observatorium der ESO in Chile einzufangen. Da das obere Ende eines der Hilfsteleskope fast perfekt auf den südlichen Himmelspol zeigt, scheint es, als drehe sich der gesamte Himmel um das Teleskop und rückt es so in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
Aber das Fotografieren solcher Strichspuren ist keine leichte Aufgabe. Über mehrere Stunden hinweg müssen zahlreiche Aufnahmen mit langer Belichtungszeit gemacht werden — eine leichte Fehljustierung kann das Ergebnis vollständig ruinieren, da die endgültigen Spuren erst sichtbar werden, wenn die einzelnen Bilder zusammengefügt werden. Und da sich das Teleskop bewegt, während es auf verschiedene Himmelsregionen zeigt, müssen für Vorder- und Hintergrund separate Aufnahmen gemacht werden. Osvaldo Castillo erklärt, dass er „fast 300 Bilder gemacht hat und man das Ergebnis nicht sofort sehen kann. Glücklicherweise waren die Berechnung und die Ausrichtung nach Süden genau.“ Zum Glück für uns! Denn jetzt können wir dieses faszinierende Bild der Woche genießen!
Die Supernova SN 2024ggi in der Galaxie NGC 3621


Dieses Bild zeigt die Position der Supernova SN 2024ggi in der Galaxie NGC 3621. Es wurde am 11. April 2024 aufgenommen, nur 26 Stunden nach der ersten Entdeckung der Supernova. Die Aufnahme entstand mit dem Instrument FORS2 am Very Large Telescope (VLT) der ESO. FORS2 ermöglicht unter anderem die Gewinnung von Spektren in polarisiertem Licht. Diese Technik, die als Spektropolarimetrie bezeichnet wird, liefert entscheidende Informationen über die Form der Explosion, obwohl sie von der Erde aus nur als einzelner Lichtpunkt erscheint.
Doppelstern mit GRAVITY+ nachgewiesen


Dieses Bild, eines der ersten, das mit VLTI/GRAVITY+ unter Verwendung von vier Lasern aufgenommen wurde, zeigt einen Doppelstern im zentralen Bereich des Tarantelnebels, einer Sternentstehungsregion in der Großen Magellanschen Wolke. Ursprünglich wurde angenommen, dass es sich um einen extrem massereichen Stern handelt. Doch die neuen Beobachtungen zeigen nun einen Doppelstern. Damit werden die beeindruckenden Fähigkeiten und das wissenschaftliche Potenzial des verbesserten VLTI deutlich.
Im Hintergrund sehen wir eine Weitwinkelaufnahme des Tarantelnebels, aufgenommen mit dem 1,5-Meter-Teleskop am La-Silla-Observatorium der ESO. Die erste Einblendung zeigt eine Nahaufnahme des zentralen Sternhaufens, aufgenommen mit dem Very Large Telescope der ESO am Paranal-Observatorium. Anschließend sehen wir eine Detailaufnahme, die mit der GRAVITY+-Kamera gemacht wurde, und schließlich den Doppelstern selbst. Die kleine Ellipse in dieser letzten Einblendung stellt die Auflösung von GRAVITY+ dar.
GRB 250702B, ein ungewöhnlich langlebiger und sich wiederholender Gammablitz


Der orangefarbene Punkt in der Mitte dieses Bildes ist eine gewaltige Explosion, die sich im Laufe eines Tages mehrmals wiederholte – ein Ereignis, wie es noch nie zuvor beobachtet wurde. Anhand des mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO aufgenommenen Bildes konnten Astronomen und Astronominnen feststellen, dass die Explosion nicht in der Milchstraße, sondern in einer anderen Galaxie stattfand.
Dieser Gammablitz mit der Bezeichnung GRB 250702B wurde erstmals am 2. Juli von Hochenergie-Teleskopen entdeckt, aber sein Standort war ungewiss. Das hier gezeigte Bild entstand am 3. Juli mit der Infrarotkamera HAWK-I des VLT, die den Standort der Quelle genau lokalisierte. Die Explosion schien in einer anderen Galaxie stattzufinden, was das NASA/ESA-Weltraumteleskop Hubble später bestätigte.
Zur Erklärung dieses Ereignisses wurden verschiedene Szenarien vorgeschlagen, wie der Kollaps eines massereichen Sterns oder ein Stern, der von einem Schwarzen Loch auseinandergerissen wurde. Keines dieser Szenarien kann jedoch alle beobachteten Eigenschaften der Explosion vollständig erklären, es sei denn, die beteiligten Objekte sind eher ungewöhnlich.
Erweiterte Ansicht des Bereichs um den Gammastrahlenausbruch GRB 250702B


Dieses Bild zeigt einen größeren Bereich um den Gammastrahlenausbruch GRB 250702B, eine hochenergetische Explosion, die sich im Laufe eines Tages mehrmals wiederholte. Das Bild wurde am 3. Juli mit der Infrarotkamera HAWK-I am Very Large Telescope (VLT) der ESO aufgenommen. Die Explosion ist die orangefarbene Quelle genau in der Mitte des Bildes.



