Nebel
Image Archive: Nebulae
Eine kosmische Tarantel im Visier


Es sieht in dem Bild vielleicht so aus, als hätten wir einen Krieg im All begonnen. Aber das ist nicht der Fall, und es ist auch keine Szene aus Star Wars. Hier zu sehen ist der Tarantelnebel. Die Lichtstrahlen stammen von den Lasern, die an den Teleskopen des Interferometers des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte installiert sind.
Das VLTI bündelt das Licht mehrerer Teleskope und erzeugt so gewissermaßen ein „virtuelles“ Teleskop mit einem Spiegel, dessen Größe dem Abstand zwischen den einzelnen Teleskopen entspricht. Dadurch können Astronominnen und Astronomen selbst sehr kleine Einzelheiten erkennen. Damit das Licht der Teleskope korrekt zusammengeführt werden kann, müssen die Verzerrungen ausgeglichen werden, die durch Luftunruhe in der Erdatmosphäre entstehen.
Im November 2025 wurden im Rahmen einer umfassenden Modernisierung mit dem Namen GRAVITY+ neue Laser an den 8-Meter-Teleskopen des VLTI installiert. Jeder Laser auf diesem Bild stammt von einem anderen Teleskop, doch alle sind auf dasselbe Ziel gerichtet. Die Laser regen Natriumatome hoch oben in der Erdatmosphäre an und erzeugen dadurch künstliche Sterne, die hier am Ende der Laserstrahlen zu sehen sind. Diese Sterne dienen anschließend dazu, die Luftunruhe in Echtzeit zu messen.
Der Tarantelnebel gehörte zu den ersten Beobachtungszielen dieses neuen Systems. Dieses Bild der Woche ist allerdings keine mit dem VLTI aufgenommene Aufnahme des Nebels, sondern ein Foto, das außerhalb der Teleskope von dem Astronomen Anthony Berdeu gemacht wurde, der an den Erprobungen von GRAVITY+ beteiligt war. Das Bild verbindet auf eindrucksvolle Weise nahe und weit entfernte Objekte: die von den vier Teleskopen ausgesandten Laser, die künstlichen Sterne, die sie in 90 Kilometern Höhe erzeugen, und den Tarantelnebel, eingebettet in die Große Magellansche Wolke, eine Zwerggalaxie, die unsere Milchstraße in rund 160.000 Lichtjahren Entfernung umkreist.
Ein kosmischer Falke und seine Babysterne


Das heutige Bild der Woche, aufgenommen mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO, scheint einen kosmischen Falken mit ausgebreiteten Flügeln eingefangen zu haben. Während die dunklen Wolken in der Mitte des Bildes den Kopf und Körper des Raubvogels bilden, bilden die Filamente, die sich links und rechts vom Körper ausbreiten, seine Flügel. Darunter befindet sich ein faszinierender blauer Nebel mit massereichen, neu entstandenen Sternen, deren intensive Strahlung das Gas um sie herum hell leuchten lässt.
Insgesamt zeigt das Bild den Nebel RCW 36, der sich etwa 2300 Lichtjahre entfernt im Sternbild Vela befindet. Zufälligerweise wurde dieser Nebel, der einem Falken ähnelt, auch von einem Falken aufgenommen – dem Instrument HAWK-I am VLT. Während die auffälligsten Sterne in diesem Bild die massereichen und hellen Babysterne sind, interessieren sich die Astronom*innen hinter diesem Bild eigentlich mehr für versteckte, sehr schwache Sterne, die als Braune Zwerge bezeichnet werden – „Objekte, die in ihrem Kern keinen Wasserstoff fusionieren können”, erklärt Afonso do Brito do Vale, Doktorand am Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço in Portugal und dem Laboratoire d'Astrophysique de Bordeaux in Frankreich und Hauptautor einer neuen Veröffentlichung, in der dieses Bild vorgestellt wurde.
HAWK-I ist für diese Aufgabe perfekt geeignet. Es beobachtet im Infrarotbereich, wo diese kalten, gescheiterten Sterne leichter zu erkennen sind, und kann atmosphärische Turbulenzen mit adaptiver Optik korrigieren, wodurch scharfe Bilder wie dieses entstehen. Die Studie lieferte nicht nur wertvolle Daten zum Verständnis der Entstehung von Braunen Zwergen, sondern auch ein beeindruckendes Bild von „massereichen Sternen, die die Gas- und Staubwolken um sich herum fast wie ein Tier, das zum ersten Mal seine Eierschale durchbricht, wegschieben“, wie Brito do Vale es beschreibt. Wer weiß, vielleicht bewacht der kosmische Falke seine Baby-Sterne – und wacht über sie, während sie „schlüpfen“?
Link
Jung oder alt? – Beides!


Das heutige Bild der Woche steht für einen unerwarteten Moment, in dem sich der Kreis schließt. Das abgebildete Objekt, das als Ve 7–27 bzeichnet wird, galt lange Zeit als planetarischer Nebel – die Endphase im Leben eines sonnenähnlichen Sterns. Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat jedoch gezeigt, dass es sich tatsächlich um einen sich noch bildenden Baby-Stern handelt.
Jahrelang wurde über die wahre Natur dieses Nebels diskutiert, aber das MUSE-Instrument am VLT hat nun das erste detaillierte Bild dieses Objekts aufgenommen. Es zeigt, dass Ve 7-27 energiereiche Jets mit Knoten oder „Kugeln” entlang ihrer Länge ausstößt, was typisch für neu entstandene Sterne ist. „Ve 7-27 ist nicht der „letzte Atemzug” eines sterbenden Sterns, sondern ein neugeborener Stern”, erklärt Janette Suherli, Doktorandin an der Universität von Manitoba in Kanada und Erstautorin der Studie, die diese überraschende Entdeckung beschreibt.
Aber in unmittelbarer Nähe lauert tatsächlich ein toter Stern: Der kompakte gelblich-grüne Fleck in der Mitte links auf diesem Bild beherbergt einen Neutronenstern, der entstanden ist, als ein massereicher Stern als Supernova explodierte. Dieser Nebel ist Teil einer größeren Wolke, die durch die Explosion ausgestoßen wurde, dem Supernova-Überrest Vela Junior. Die MUSE-Beobachtungen zeigten, dass der Baby-Stern Ve 7-27 in das von dieser Supernova ausgestoßene Material eingebettet ist. Die Entfernung zu Vela Junior war zuvor nie genau bestimmt worden, aber jetzt wissen wir, dass dieses Objekt in der Nähe von Ve 7-27 liegt. Da Ve 7-27 bekanntermaßen etwa 4500 Lichtjahre entfernt ist, gilt dies auch für Vela Junior. Durch die genaue Bestimmung der Entfernung zu Vela Junior kennen wir nun endlich seine Größe, seine Ausdehnungsgeschwindigkeit und damit auch, wie lange es her ist, dass die Supernova explodierte, wodurch jahrzehntelange Unstimmigkeiten gelöst wurden. Die Entdeckung gibt daher nicht nur Aufschluss über den energiegeladenen Baby-Stern, sondern auch über die wahre Natur von Vela Junior und stellt einen „herausragenden Fall von Sternentstehung und Sterben nebeneinander in derselben Umgebung“ dar, wie Suherli beschreibt.
Links
- Fachartikel
- Pressemitteilung der Universität von Manitoba
Himmelsdurchmusterung gibt Astronom*innen Stoff zum Nachdenken


Die Entstehung eines Sterns ist ein schwieriger Prozess, der nicht sehr effizient ist. Nach heutigem Wissensstand muss eine Sternentstehungsregion eine Mindestdichte an Gas und Staub aufweisen, damit sich ein Stern bilden kann. Nur 1–2 % des gesamten Gases und Staubs in diesen Wolken werden für die Entstehung eines Sterns genutzt. Aber könnten noch dichtere Regionen bei der Sternentstehung effizienter sein?
Im heutigen Bild der Woche betrachten wir GAL316, eine der vielen Sternentstehungsregionen, die ein Team von Astronom*innen beobachtet hat, um diese Frage zu beantworten. Diese Region ist Teil einer Untersuchung namens CAFFEINE – dem besten Freund von Astronom*innen –, die mit der ArTéMiS-Kamera am Atacama Pathfinder Experiment (APEX), einem Radioteleskop auf dem Chajnantor-Plateau, durchgeführt wurde. Dieses Teleskop, das heute vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie betrieben wird, erfasst das schwache Leuchten kalter Gaswolken, das hier als blaues Leuchten dargestellt ist. Dieses Leuchten wurde über einen sternenreichen Hintergrund gelegt, der mit dem VISTA-Teleskop der ESO aufgenommen wurde.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass im Gegensatz zu Astronom*innen, die mit etwas Koffein effizienter arbeiten, die dichtesten Regionen, die mit dieser CAFFEINE-Untersuchung beobachtet wurden, bei der Sternentstehung nicht effizienter zu sein schienen als andere Sternentstehungsgebiete oberhalb der Mindestdichte.
Doppelstern mit GRAVITY+ nachgewiesen


Dieses Bild, eines der ersten, das mit VLTI/GRAVITY+ unter Verwendung von vier Lasern aufgenommen wurde, zeigt einen Doppelstern im zentralen Bereich des Tarantelnebels, einer Sternentstehungsregion in der Großen Magellanschen Wolke. Ursprünglich wurde angenommen, dass es sich um einen extrem massereichen Stern handelt. Doch die neuen Beobachtungen zeigen nun einen Doppelstern. Damit werden die beeindruckenden Fähigkeiten und das wissenschaftliche Potenzial des verbesserten VLTI deutlich.
Im Hintergrund sehen wir eine Weitwinkelaufnahme des Tarantelnebels, aufgenommen mit dem 1,5-Meter-Teleskop am La-Silla-Observatorium der ESO. Die erste Einblendung zeigt eine Nahaufnahme des zentralen Sternhaufens, aufgenommen mit dem Very Large Telescope der ESO am Paranal-Observatorium. Anschließend sehen wir eine Detailaufnahme, die mit der GRAVITY+-Kamera gemacht wurde, und schließlich den Doppelstern selbst. Die kleine Ellipse in dieser letzten Einblendung stellt die Auflösung von GRAVITY+ dar.
Die Nebel RCW 94/95 im sichtbaren Licht


Dieses Bild zeigt eine Gas- und Staubwolke, die wie eine kosmische Fledermaus geformt ist. Das Bild wurde im sichtbaren Licht mit dem VLT Survey Telescope (VST) aufgenommen, das sich am Paranal-Observatorium der ESO in Chile befindet. Die intensive Strahlung junger Sterne innerhalb der Wolke ionisiert Wasserstoffatome, was die rötliche Färbung verursacht.
Die auffälligsten Wolken hier sind RCW 94, die den rechten Flügel der Fledermaus darstellt, und RCW 95, die den Körper bildet. Andere Teile der Fledermaus haben keine offizielle Bezeichnung.
Die Nebel RCW 94/95 im Infrarotlicht


Dieses Bild zeigt die Nebel RCW 94 (rechts) und RCW 95 (Mitte) im Infrarotlicht, aufgenommen vom Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy (VISTA) der ESO am Paranal-Observatorium in Chile.
Die Nebel RCW 94/95 im sichtbaren und Infrarotlicht


Dieses Bild zeigt eine Gas- und Staubwolke, die wie eine kosmische Fledermaus geformt ist. Das Bild wurde größtenteils im sichtbaren Licht mit dem VLT Survey Telescope (VST) aufgenommen, das sich am Paranal-Observatorium der ESO in Chile befindet. Die intensive Strahlung junger Sterne innerhalb der Wolke ionisiert Wasserstoffatome, was die rötliche Färbung verursacht. Das Bild enthält zusätzlich Infrarotdaten, die vom Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy (VISTA) der ESO, ebenfalls am Paranal, aufgenommen wurden.
Die auffälligsten Wolken hier sind RCW 94, die den rechten Flügel der Fledermaus darstellt, und RCW 95, die den Körper bildet. Die anderen Teile der Fledermaus haben keine offizielle Bezeichnung.
Weitwinkelaufnahme um die Nebel RCW 94/95


Dieses Bild aus dem Digitized Sky Survey (DSS) zeigt den Bereich des Himmels um die Nebel RCW 94 und RCW 95, die hier in der Bildmitte zu sehen sind. Die Nebel sind Teil eines größeren Wolkenkomplexes, der einer Fledermaus ähnelt, wobei RCW 94 den rechten Flügel und RCW 95 den Körper darstellt.
Ein einzigartiger Überriese


Das heutige Bild der Woche erinnert an 3D-Bilder, für die man eine einfache Rot-Blau-Brille aufsetzen muss. Was wir auf diesem Foto wirklich sehen, ist ein roter Überriesenstern, der am Ende seines Lebens eine Wolke aus Gas und Staub ausstößt. Solche Gaswolken sind bei Überriesen häufig anzutreffen, doch diese spezielle Wolke stellt für Astronom*innen ein unerwartetes und beträchtliches Rätsel dar.
Mit einem Durchmesser von 1,4 Lichtjahren ist dies die größte Wolke von ausgestoßenem Material, die jemals um einen Überriesen gefunden wurde. Ein Team untersuchte diesen Stern, Stephenson 2 DFK 52, mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) zusammen mit anderen Überriesen in seiner Umgebung. DFK 52 ähnelt Beteigeuze, einem anderen berühmten roten Überriesen. Daher erwartete man, eine ähnliche Wolke um ihn herum zu sehen. Wenn uns DFK 52 jedoch so nah wäre wie Beteigeuze, hätte der Kokon um ihn am Himmel einen Durchmesser von einem Drittel des Vollmondes.
Diese neuen ALMA-Beobachtungen ermöglichen es uns zu messen, wie viel Material den Stern umgibt und wie schnell es sich bewegt. Die Teile, die sich auf uns zu bewegen, sind blau hervorgehoben, während die Farbe Rot für die Teile steht, die sich von uns entfernen. Die Daten zeigen, dass der Stern vor etwa 4000 Jahren eine Phase extremen Massenausstoßes durchlaufen hat, die sich dann allmählich auf seine derzeitige Rate verlangsamt hat – eine Rate, die eher der von Beteigeuze entspricht. DFK 52 ist schätzungsweise 10–15 mal massereicher als die Sonne und hat bis heute bereits 5–10% seiner Masse verloren.
Es ist immer noch ein Rätsel, wie es der Stern geschafft hat, in so kurzer Zeit so viel Material auszustoßen. Könnte es sich um eine seltsame Wechselwirkung mit einem Begleitstern handeln? Warum ist die Form der Wolke so ungewöhnlich komplex? Gibt es noch mehr solcher Überriesen da draußen? Die Entschlüsselung, warum DFK 52 bereits so viel Material verloren hat, wird uns helfen zu verstehen, wie er sein Ende finden wird: eine Supernova-Explosion irgendwann in den nächsten Millionen Jahren.
Link
Künstlerische Darstellung einer Supernova mit doppelter Detonation


Diese künstlerische Darstellung zeigt den Supernova-Überrest SNR 0509-67.5. Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO zeigen, dass es sich hierbei um die sich ausdehnenden Überreste eines Sterns handelt, der vor Hunderten von Jahren durch eine doppelte Detonation zerstört wurde.
Verteilung von Kalzium um den Supernova-Überrest SNR 0509-67.5


Dieses Bild zeigt die Verteilung von Kalzium im Supernova-Überrest SNR 0509-67.5. Die Daten wurden mit dem Multi-Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) am Very Large Telescope (VLT) der ESO aufgenommen. Die überlagerten Kurven umreißen zwei konzentrische Kalziumschalen, die bei zwei getrennten Detonationen ausgestoßen wurden, als der Stern vor mehreren hundert Jahren starb.
Die Position des Supernova-Überrests SNR 0509-67.5


Dieses Bild zeigt die Position des Supernova-Überrests SNR 0509-67.5 am Himmel: die sich ausdehnenden Hüllen eines Sterns, der zweimal explodierte. Er befindet sich in einer Entfernung von 160.000 Lichtjahren in der Großen Magellanschen Wolke, einer kleinen Galaxie, die unsere Milchstraße umkreist. Das Inset zeigt neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO, die belegen, dass der ursprüngliche Stern bei zwei explosiven Detonationen starb. Das Hauptbild zeigt das VLT-Teleskop, das für diese Beobachtungen verwendet wurde.
VLT-Aufnahme einer Supernova mit doppelter Detonation


Dieses Bild, aufgenommen mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO, zeigt den Supernova-Überrest SNR 0509-67.5. Es handelt sich um die sich ausdehnenden Überreste eines Sterns, der vor Hunderten von Jahren in einer doppelten Detonation explodierte – der erste fotografische Beweis dafür, dass Sterne durch zwei Explosionen sterben können.
Die Daten wurden mit dem Multi-Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) am VLT aufgenommen. Mit MUSE können Astronom*innen die Verteilung verschiedener chemischer Elemente kartieren, die hier in verschiedenen Farben dargestellt sind. Kalzium ist blau dargestellt und in zwei konzentrischen Schalen angeordnet. Diese beiden Schichten deuten darauf hin, dass der inzwischen erloschene Stern in einer Doppeldetonation explodierte.
In diesem Nebel steckt ein Eindringling


Im Weltraum ist nicht alles so, wie es scheint. Dieses Bild der Woche zeigt den Nebel Sh2-46, auch Gum 80 genannt, in etwa 6000 Lichtjahren Entfernung. Die kräftigen Rottöne von Sh2-46 mögen schön sein, aber sie verbergen einen Eindringling.
Der helle blau-weiße Stern in der Mitte des Bildes ist HD 165319, ein Stern vom Typ O, einer der leuchtkräftigsten, aber auch seltensten Sterntypen im Universum. Dieser Stern ist größtenteils für die auffälligen Rottöne um ihn herum verantwortlich, die durch die Ionisierung der Wasserstoffatome verursacht werden, aus denen der Nebel besteht. Dieser Stern sollte jedoch nicht dort sein.
Astronom*innen vermuten, dass er woanders entstanden ist, nämlich im nahen Adlernebel. Der Adlernebel befindet sich im hinteren Teil des Sternbilds Serpens (Schlange) und ist voll von Sternentstehungsgebieten. Einmal entstanden, werden diese Sterne durch die Schwerkraft aneinander gebunden und bilden einen riesigen offenen Sternhaufen. Manchmal lösen sich jedoch einige von ihnen daraus und begeben sich auf eine einsame Reise durch den Weltraum, die sie in andere, nicht verwandte Nebel eindringen lassen kann. Eine Bugschockwelle in der Nähe von HD 165319 scheint darauf hinzuweisen, dass der Stern derzeit durch Sh2-46 hindurchfliegt. Vielleicht wird dieser Nebel am Ende anders aussehen, wenn der Stern ihn hinter sich gelassen hat…
Dieses hochaufgelöste Bild von Sh2-46 wurde mit dem VLT Survey Telescope (VST) aufgenommen, das den Himmel im sichtbaren Licht erforscht. Das VST ist derzeit im Besitz des INAF, des italienischen Nationalen Instituts für Astrophysik, und befindet sich am Paranal-Observatorium der ESO in Chile. Dieses Bild wird anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Planetarium veröffentlicht, wobei eine Ganzkuppelversion in der ESO Supernova Planetarium & Besucherzentrum gezeigt wird.
Link
Der RCW 38-Cluster im Infrarotlicht


Dies ist ein 80-Millionen-Pixel-Bild des Sternhaufens RCW 38, der sich 5500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Vela befindet. RCW 38 ist ein junger Sternhaufen mit etwa 2000 Sternen, der vor Sternentstehungsaktivität nur so strotzt.
Das Bild wurde mit dem „Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy“ (VISTA) der ESO aufgenommen, das in der chilenischen Atacama-Wüste in Betrieb ist. Es zeigt eine Mischung aus Gas, Staub und Sternen, die eine verschwenderische, aber spektakuläre Landschaft bilden. Da VISTA Infrarotlicht beobachtet, kann es den größten Teil des Staubs in dieser Region durchdringen, der bei Beobachtungen im sichtbaren Licht unsere Sicht versperren würde. Hinter dem Staub zeigt VISTA junge Sterne in staubigen Kokons und kalte „gescheiterte“ Sterne, die als Braune Zwerge bekannt sind, und enthüllt so die Geheimnisse dieser jungen Sternenkindergärten.
Der RCW 38-Cluster im sichtbaren Licht


Dieses Bild zeigt den Sternhaufen RCW 38 im sichtbaren Licht. Staub absorbiert das meiste Licht bei diesen Wellenlängen und verbirgt große Bereiche dieses Sternhaufens vor uns.
Was steckt im Namen eines Nebels?


Sehen Sie hier einen verspielten Fuchs, eine schleichende Hyäne oder... den Kopf eines Huhns? Diese Gaswolke befindet sich im Sternbild Zentaur (Centaurus) und ist Teil des riesigen Running-Chicken-Nebels. Manche sehen darin den Kopf des Huhns, andere das Hinterteil des Huhns.
So sehr Wissenschaftler*innen auch lustige Namen für Nebel lieben, sind sie in einer internationalen Disziplin wie der Astronomie oft nicht sehr förderlich für eine klare Kommunikation. Deshalb ist dieser Nebel offiziell unter zwei Namen bekannt, die, nun ja... ein bisschen weniger lustig klingen.
Im Jahr 1955 erstellte der australische Astronom Colin Stanley Gum ein Verzeichnis von 84 Emissionsnebeln am Südhimmel: den Gum-Katalog. Dieser Nebel wird, ganz trocken, als Gum 40 bezeichnet. Lange vor Gum, im Jahr 1888, hatte der dänische Astronom John Louis Emil Dreyer bereits den ehrgeizigen New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars (NGC) zusammengestellt, ein Verzeichnis von 7840 astronomischen Objekten wie Galaxien, Sternhaufen und Emissionsnebeln wie diesem. Später fügte Dreyer seinem Werk zwei Index-Kataloge (IC) hinzu, in denen weitere 5386 Himmelsobjekte beschrieben wurden. Dieser Nebel wurde als IC 2872 bezeichnet. Der NGC wird auch heute noch verwendet: Er wurde zuletzt 2019 mit 13.957 neuen Objekten aktualisiert.
Dieses Bild von IC 2872 - oder Gum 40, der Hühnerkopf oder wie auch immer man ihn nennen möchte – wurde mit dem VLT Survey Telescope (VST) am Paranal-Observatorium der ESO in Chile aufgenommen. Da die Teleskope und Instrumente immer besser werden, werden auch immer mehr Deep-Sky-Objekte entdeckt, so dass die Listen und Kataloge niemals vollständig sein werden. Aber das sollte uns nicht davon abhalten, zu versuchen, sie zusammenzustellen – oder uns lustige Spitznamen auszudenken, oder?
Besondere Bereiche des Dunkler-Wolf-Nebels


Diese Collage hebt einige Details innerhalb des riesigen Dunkelwolkennebels hervor, wie z. B. den „Kopf“ des Wolfs, der hier im Bild oben in der Mitte zu sehen ist. Die Säulen in den Bildern rechts entstehen, wenn die intensive Strahlung junger Sterne auf dichte Staub- und Gasansammlungen trifft. Diese Strahlung erodiert und bläst das leichtere Material um diese dichten Ansammlungen herum weg, wodurch diese säulenartigen Strukturen entstehen.
Der Dunkler-Wolf-Nebel


Diese kosmische Wolke, die passenderweise den Spitznamen „Dunkler-Wolf-Nebel“ trägt, wurde in einem Bild mit 283 Millionen Pixeln vom VLT Survey Telescope (VST) am Paranal-Observatorium der ESO in Chile aufgenommen. Die kalten Wolken aus kosmischem Staub befinden sich etwa 5300 Lichtjahre von der Erde entfernt und erzeugen die Illusion einer wolfsähnlichen Silhouette vor einem farbenfrohen Hintergrund aus leuchtenden Gaswolken.
Feuerwerk aus neugeborenen Sternen


Auch wenn es für sich genommen schon atemberaubend aussieht, ist dieses Bild der Woche eigentlich nur ein winziger Teil eines 1,5-Milliarden-Pixel-Bildes des Running Chicken Nebels. Es zeigt den Kamm auf dem Kopf des laufenden Huhns – zumindest laut einiger Leute, denn jeder scheint ein anderes Huhn zu sehen! Die Daten für dieses gigantische Bild wurden vom VLT Survey Telescope (VST) erfasst, einem Instrument des italienischen Nationalen Instituts für Astrophysik, das von der ESO betrieben wird.
Aber jetzt wollen wir uns erst einmal Gum 39 näher ansehen, so der offizielle Name dieses Nebels. Am Himmel befindet er sich im Sternbild Centaurus, etwa 6500 Lichtjahre von der Erde entfernt. Rund um den Nebel sind orangefarbene, weiße und blaue Sterne wie ein Feuerwerk am Himmel verteilt. Das rosa Leuchten, das man sieht, ist Wasserstoffgas, das durch die intensive Strahlung neugeborener Sterne zum Leuchten angeregt wird. Der Nebel wird auch von dunklen Bahnen kosmischen Staubs durchzogen, die das Licht dahinter blockieren.
Nebel wie dieser werden auch als Sternkinderstuben bezeichnet, da die Molekülwolken durch die Schwerkraft kollabieren und so zahlreiche neue Sterne entstehen. Mit Teleskopen wie dem VST und ALMA beobachten Wissenschaftler solche Nebel, um den komplexen Prozess der Sternengeburt besser zu verstehen.
Eine Infrarotaufnahme des Messier 17-Nebels


Dieses Bild zeigt eine detaillierte Infrarotansicht von Messier 17, auch Omega- oder Schwanennebel genannt, ein Sternentstehungsgebiet, das sich etwa 5500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schütze befindet. Dieses Bild ist Teil einer rekordverdächtigen Infrarotkarte der Milchstraße, die mehr als 1,5 Milliarden Objekte enthält. ESOs VISTA – das Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy – nahm die Bilder mit seiner Infrarotkamera VIRCAM auf. Sie wurden im Laufe von 13 Jahren im Rahmen der VISTA-Durchmusterung „Variables in the Vía Láctea“ (VVV) und des Begleitprojekts „VVV eXtended survey“ (VVVX) erfasst.
Eine Infrarotaufnahme des NGC 6188-Nebels und des NGC 6193-Sternhaufens


Dies ist ein Infrarotbild von NGC 6188, auch bekannt als der Feuervogelnebel, der sich etwa 4100 Lichtjahre entfernt im Sternbild Ara befindet. Diese Gaswolke beherbergt einen Sternhaufen namens NGC 6193. Das Bild wurde von VISTA, dem Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy der ESO, mit seiner Infrarotkamera VIRCAM aufgenommen. Das Bild ist Teil einer riesigen Infrarotkarte der Milchstraße, die mehr als 1,5 Milliarden Objekte enthält. Sie wurden im Laufe von 13 Jahren im Rahmen der VISTA-Durchmusterung „Variables in the Vía Láctea“ (VVV) und des Begleitprojekts „VVV eXtended survey“ (VVVX) erfasst.
Verloren in einer riesigen Sternenkrippe


Fühlen Sie sich beim Anblick dieses Bildes der Woche auch verloren? Bei der Erkundung der als IC 2948 bezeichneten Gaswolke müssen Sie sich ihren Weg entlang unzähliger gerade entstehender Sterne bahnen, die in dieser riesigen stellaren Kinderstube geboren wurden. Und doch ist dies nur ein Ausschnitt eines viel größeren Objekts: des Running-Chicken-Nebels (zu deutsch: laufendes Huhn). Dieser Nebel erstreckt sich über eine Fläche am Nachthimmel, die etwa 25 Vollmonden entspricht, und doch ist der Bereich, den Sie hier sehen, nicht einmal ein Drittel eines Vollmondes. Die Aufnahme eines solch detaillierten Ausschnitts des Nebels war dank eines 1,5-Milliarden-Pixel-Bildes möglich, das mit dem VLT Survey Telescope (VST) aufgenommen wurde, das von der ESO betrieben wird.
Der Running-Chicken-Nebel befindet sich im Sternbild Zentaur (lat. Centaurus) und ist ein Labyrinth aus Gas, Staub und jungen Sternen, dessen intensive Strahlung die umgebende Materie wegfegt. Die Gaswolke IC2948 ist die hellste Region des Nebels. Hier finden wir gewundene Dunkelwolken, die wie offene Hände nach den aufblühenden Sternen greifen.
Diese Gaswolke wurde vor mehr als einem Jahrhundert entdeckt und hilft uns zu verstehen, wie Sterne entstehen und sich in ihrer Anfangsphase verhalten. Um IC2948 innerhalb des viel größeren Running Chicken Nebels ausfindig zu machen, suchen Sie das hintere Ende des Huhns (oder seinen Kopf, wie manche behaupten). Vielleicht stoßen Sie bei Ihrer Suche auch auf andere Gebiete wie den atemberaubenden GUM-41-Nebel.
Wie man neugeborene Sterne findet


Dieses Bild der Woche zeigt die Region RCW 106 mit leuchtend roten Wolken, in denen neue Sterne geboren werden. Aber nur 1 % dieses Gases wird tatsächlich zu Sternen werden, und keiner weiß so recht, warum dieser Prozentsatz so niedrig ist.
Wir wissen, dass Sternentstehung normalerweise so abläuft, dass sich Bereiche dieser riesigen Wolken aus kaltem Gas verklumpen und schließlich zu neugeborenen Sternen kollabieren, was bei einer kritischen Dichte geschieht. Aber wenn wir diese Dichte überschreiten, entstehen dann in noch dichteren Regionen noch mehr Sterne, und könnte dies einen Hinweis zur Lösung des 1 %-Rätsels geben?
Neue Ergebnisse des Atacama Pathfinder Experiment (APEX), die zur Veröffentlichung in Astronomy & Astrophysics (Link ab dem 20. August verfügbar) angenommen wurden, deuten darauf hin, dass das nicht der Fall ist: Die Sternentstehung ist in dichteren Regionen nicht effizienter. Dies lässt sich vielleicht durch die Art und Weise erklären, wie diese dichteren Wolken in fadenförmige Strukturen und Kerne zerfallen, aus denen sich Sterne bilden. Doch viele damit zusammenhängende Fragen sind noch offen. Dieses Bild der Woche beleuchtet diese interessanten Bereiche. Es zeigt eine rote Karte des dichten Gases, aufgenommen mit der ArTéMiS-Kamera am APEX, überlagert auf ein Bild im sichtbaren Licht, das mit dem VLT Survey Telescope aufgenommen wurde.
Während APEX dieses stellare Rätsel weiter erforscht, können wir erwarten, dass wir viele weitere beeindruckende Bilder wie dieses sehen werden.